Happy Darm – Happy Me. Der Darm gilt in der breiten Bevölkerung noch immer als ein Tabuthema, obwohl er sich in der Medizin schon vor langer Zeit zu einem Star gemausert hat. 

Der Darm ist ungefähr 32 m²  groß und somit größer als ein Tennisplatz und auch größer als ein reguläres Schwimmbecken im Schwimmbad und trotzdem ist der Darm das Organ das am wenigsten Aufmerksamkeit kriegt. 

Aber wieso ist der Darm überhaupt so wichtig für uns?

Klar, er trägt zu Verdauung bei, aber es gibt auch viele Vorgänge im Darm, die einem gar nicht auffallen und trotzdem unheimlich wichtig sind, denn ohne sie würde unser Leben ganz anders aussehen. 

Wieso sonst spürt man Schmetterlinge in seinem Bauch herumflattern wenn man verliebt ist und wieso hat man ein flaues Gefühl im Magen wenn man in der Achterbahn sitzt und kurz davor ist runterzufahren?

Es ist unumstritten, dass die meisten Vorgänge, die in unseren Körper stattfinden, von unserem Gehirn gesteuert werden. Doch was viele nicht wissen ist, dass es in unserem Körper so etwas wie ein zweites Gehirn gibt, unseren Darm. 

Der Darm ist so etwas wie unser Urgehirn, denn bevor sich durch die Evolution komplexe Lebewesen bildeten, gab es eine Vielzahl an Süßwasserpolypen (ähnlich Quallen und Seeanemonen) die ihren Darm dazu benutzen um ihre Nahrung zu verdauen, aber auch um sich fortzubewegen und sogar um sich fortzupflanzen. 

Daher ist es auch nicht verwunderlich, das unser Gehirn und unser Darm den selben embryonalen Ursprung haben und aus dem selben Gewebe gebildet werden. 

Dementsprechend hat der Darm auch sein eigenes Nervensystem, auch das enterische Nervensystem genannt, kurz ENS. Das enterische Nervensystem, das den ganzen Magen-Darm-Bereich umfasst, hat  zudem auch mehre hundert Millionen Nervenzellen, so viele wie das Gehirn eines ausgewachsenen deutschen Schäferhundes, die als eine der schlauesten Hunderassen der Welt gelten. 

Doch das ist nicht die einzige Besonderheit des enterischen Nervensystems.

Das enterische Nervensystem ist autonom und unabhängig vom peripheren Nervensystem, kurz gesagt, es muss sich nicht auf das Gehirn verlassen, um zu funktionieren. 

Eine weitere Gemeinsamkeit die das enterische und das periphere Nervensystem teilen, ist das sie beide untereinander über die selben Neurotransmitter kommunizieren. 

Der Informationsaustausch zwischen dem enterischen und peripheren Nervensystem erfolgt über den Vagusnerv, der unter anderem auch für das den Herzkreislauf verantwortlich. 

Allerdings sendet das enterische Nervensystem 90% aller Informationen, das periphere Nervensystem nur 10%. 

Und dieser Informationsaustausch ist unheimlich wichtig, denn im Gehirn gibt es keine spezifische Region die sich nur auf den Darm konzentriert, so wie zum Beispiel der Hypothalamus unter anderem für den Kreislauf zuständig ist. 

Jedoch heißt das nicht, das unser „zweites Gehirn“ keine weitere spezifische Aufgabe neben dem Verdauen hat. Im Darm werden 95% des Glückshormons Serotonin produziert, neben anderen Hormonen wie Gastrin, Enteroglukagon, Cholecystokinin usw.

Doch das sind nicht die einzigen Hormone, die etwas mit dem Darm zu tun haben. 

Bekanntlicher maßen wird Adrenalin ausgeschüttet, wenn man gestresst ist. 

Doch die Ausschüttung dieses Hormons beeinflusst unseren Darm negativ. Da sich das Gehirn mehr darauf konzentriert, der Situation auszuweichen, die einen Stresst, wird der ganze Verdauungstrakt vernachlässigt und da das Leben in der heutigen Welt Dauerstress bedeutet, kommt es immer öfter zu Magendarmbeschwerden. 

Seit Jahren ist auch bekannt, das Gehirn und Darm aufeinander wirken und sich gegenseitig beeinflussen, im positiven sowie auch im negativen.

Parkinson ist eine weit verbreitete neurodegenerative Krankheit, die das Nervensystem betrifft und das Gehirn verändert. Doch Wissenschaftler stellten fest, dass sich bei Parkinson Erkrankten zusätzlich zu den Veränderungen im Hirn auch noch Veränderungen im enterischen Nervensystem feststellen ließen.

Ein weiteres Beispiel wie stark Darm und Gehirn auf einander reagieren, ist ein Versuch der an Mäusen durchgeführt wurde. Mäuse, die keine Depressionssymptome aufwiesen, wurden Darmbakterien von Depressiven Patienten transplantiert. Daraufhin wurde festgestellt, das die zuvor noch gesunden Mäuse, sich depressiv verhielten. Daraus kann man also schließen das die Darmflora die Chemie im Gehirn beeinflussen kann, bzw. tut.

Das bedeutet, dass auch Einflüsse von außen, wie z.B. gewisse Nährstoffe, unseren Darm schaden können und somit mit einer ziemlich großen Wahrscheinlichkeit einen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden haben. 

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Es ist schwer mit Medikamenten das Gehirn zu behandeln, da Körperfremde Stoffe im Blut gefiltert werden und so oft nicht im Gehirn ankommen, aber dadurch das das Gehirn und der Darm so eng miteinander verbunden sind und sich so stark mit einfachen Mitteln gegenseitig beeinflussen, gibt es Hoffnung, dass man Krankheiten die im Gehirn stattfinden, mithilfe des Darms heilen kann.

Aber nicht immer hat das Gehirn Heilungsbedarf, sondern manchmal ist auch der Darm das Problemkind. 

Verstopfung und Blähungen sind keine Seltenheit in unserer heutigen Gesellschaft. 

Viele greifen direkt zu chemischen Abführmitteln zurück, ohne eine natürliche Alternative wie die grüne Pflaume in Erwägung zu ziehen. Sie leert den Darm ohne Nebenwirkungen und macht den Darm wieder glücklich und somit auch uns.

In Konklusion kann man also sagen, dass der Darm neben dem Gehirn eines der wichtigsten Organe ist und er ein Thema ist, über das unbedingt mehr geredet werden muss. Dadurch, das sich Darm und Gehirn so stark voneinander beeinflussen lassen, muss man auf die Gesundheit beider achten, damit man Gesund auf allen Ebenen bleibt, um so Glücklich wie möglich in seinem Leben zu sein.