• Erzähl  kurz etwas über sich und Ihre Diätform (Wie bist Du dazu gekommen, seit wann machst Du das?)

Mein Name ist Sven Sparding, ich bin 31 Jahre alt und Arzt. Ich setze mich hauptsächlich für Intervallfasten als Lebensform ein, nicht als Diät. Zusammen mit meiner Partnerin Erika betreibe ich die Plattform iamfasting.de und helfe dort Menschen mit einer ganzheitlichen, langfristigen Gewichtssteuerung.

Intervallfasten habe ich selbst beim Experimentieren vor nun 7 Jahren entdeckt. Nach anfänglicher Skepsis habe ich es ausprobiert und war nach einer Woche völlig begeistert. Nach allem, was ich ausprobiert habe, um mein Gewicht oder besser gesagt das Fett, was ich mit mir rumtrage, zu steuern, war das tägliche Fasten völlig anders. Während meines Medizinstudiums in München war ich seitdem der, der nicht frühstückt. Ich habe es vielen Freunden und meiner Familie beigebracht und bin bis heute absolut begeistert und überzeugt von dieser Lebensweise.

  • Um was geht es bei dieser Diät oder Ernährungsweise?

Hauptsächlich geht es um die Frage, wann wir am Tag essen. Es gibt viele Formen von Intervallfasten, aber grundlegend kann man zwischen einer täglichen oder wöchentlichen Routine unterscheiden. Teile ich den Tag in zwei Teile und faste in der einen Zeit während ich in der anderen esse? Das ist das tägliche Fasten, welches wir unter uns Intervallfasten nennen. Das wöchentliche Fasten, unter uns das intermittierende Fasten, basiert auf dem wöchentlichen Rhythmus. Hier ist 5:2 die bekannteste Form, mit der man an 2 Tagen der Woche mit stark reduzierten Kalorien fastet.

Dabei gibt es einen großen Unterschied: Mit der täglichen Variante kann ein Rhythmus entstehen, wöchentlich nicht. Beides wird mit mehr und mehr Erfahrung einfacher (Stichwort metabolische Flexibilität), aber nur mit unserem Tag-Nacht-Rhythmus und dem Hormon Ghrelin entsteht ein Rhythmus. Unser Körper merkt sich, wann wir essen. Das kennt jeder, wenn er sich schonmal vormittags oder nachmittags einen Snack angewöhnt hat – bspw. Einen Müsli Riegel – und ihn dann vergessen hat: Auf einmal hat man Hunger zu dieser Zeit, obwohl es diesen Hunger vorher nie gab. Das ist kein Hunger, der auf Energie basiert, sondern Gewöhnung.

Wenn wir abnehmen wollen, müssen wir zwangsläufig Kalorien reduzieren. Dies tun wir mit dem Intervallfasten erstmals nicht über Verbote oder Sport. Wir verbieten uns nicht Lebensmittel und erlegen uns ein massives Sportprogramm auf, was meist nur von kurzer Dauer ist, da unsere Willenskraft endlich ist. Bei Intervallfasten geht es um eine zeitliche Einschränkung, die sogar noch gesund für uns ist! Fasten ist beispielsweise das Beste, was wir machen können, um die Autophagie anzuregen, wofür 2016 einen Medizin-Nobelpreis vergeben wurde. Es ist gewissermaßen ein Zellrecycling, welches unser Körper unter bestimmten Bedingungen anwirft. Dies ist nur eine der vielen Effekte, die wir in Studien beobachten – eine Zusammenfassung findest du hier (https://www.iamfasting.de/intermittent-fasting-studien/).

Um den Effekt dieser zeitlichen Einschränkung zu verstehen, lohnt es sich ins Extreme zu gehen: Wann haben wir mehr Gelegenheit, mehr zu essen: Bei 14 Stunden oder 2 Stunden Essensfenster pro Tag? Natürlich essen wir tendenziell mehr, wenn wir mehr Zeit und Chancen dazu haben. Das sehen wir auch in ersten Studien zum täglichen Fasten. Personen, die auf ein Essensfenster der Größe 6-10 Stunden wechseln, sparen automatisch Kalorien, ohne Kalorien zu zählen.

  • Was sind die Vorzüge, was mögliche Nachteile Ihrer Ernährungsform?

Das ist eine lange Liste und die kann für jeden anders sein. Für mich sind folgende Vorteile höchst interessant:

  • Es ist gesund!
  • Es führt ganz automatisch zu einer geringeren Kalorienzufuhr.
  • Man kann flexibel auf jeden Tag reagieren und das Fasten anpassen.
  • Man verzichtet auf keine Lebensmittel.
  • Es ist kombinierbar mit jeder Ernährungsform.
  • Es führt fast automatisch dazu, dass man zu einer vollwertigeren Ernährung tendiert, da man während des Fastens merkt, was einen satt hält und was nicht.
  • Es führt zu mehr Übersicht und Kontrolle bei den Mahlzeiten, die Portionen sind leichter steuerbar, um so sein Gewicht zu steuern
  • Man löst sicher gewissermaßen von der Vorstellung, dass man abhängig vom Essen ist. Wir müssen nicht rund um die Uhr essen!

Für uns ist es eine Lebensweise, die uns ganz automatisch unterstützt, mit dem Überfluss in unserer heutigen Ernährungswelt zurecht zu kommen.

Natürlich lässt sich jedes Werkzeug pervertieren. Es gibt definitiv ein „zu viel“ an Fasten. Frauen sind anfälliger für den Stress, den das Fasten auslöst. Fasten ist ebenso wie Sport ein Stressor und führt darüber zu einer Reaktion im Körper. Frauen reagieren sensibler, weil sie evolutionär jederzeit mit einer Schwangerschaft konfrontiert werden können, was hoffentlich etwas Gutes ist. In der Vergangenheit war eine Schwangerschaft eine große körperliche Herausforderung, weshalb in gewissen Situationen auch die Periode ausbleibt und die Fertilität wegfällt – beispielsweise bei einem zu niedrigen Fettgehalt am Körper. Dies ist ein Schutzmechanismus, um das Überleben zu sichern und nicht durch eine Schwangerschaft zu gefährden. Genau dahinein spielt das Fasten und kann somit auch nachteilig sein. Als Frau, die schwanger werden möchte, würde ich nicht intensiv fasten.

Ebenso sollten keine Kinder, keine Schwangeren oder Stillenden fasten. Hier sollte eine möglichst gute Zufuhr an Nährstoffen gesichert werden. Personen mit bestehenden Erkrankungen sollten mit ihrem Arzt zusammenarbeiten und diesen ins Boot holen.

  • Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen?

Die sind sehr vielfältig. Ich habe das tägliche Fasten in allen Varianten an die Limits getrieben, um die Grenzen auszutesten. So habe ich teilweise mit nur einer Mahlzeit pro Tag gelebt. Ich habe erfolgreich versucht, mit nur einer Mahlzeit pro Tag zuzunehmen – das ist gewissermaßen der Gegensatz von Abnehmen mit einer ganztägigen Ernährung, weiter kann es nicht auseinander liegen.

Immer ist der Rückschluss: Es kommt darauf an, wie es angewandt wird. Es muss für einen selbst passen und sollte eine Lebensweise sein. Wie man Intervallfasten in seinen Alltag integrieren kann, ist sehr vielfältig!
Ebenso ist es am besten, dass man ganzheitlich an die Gewichtssteuerung rangeht und sich ebenfalls um Sport und seinen Schlaf kümmert. Der Mensch funktioniert ganzheitlich.

  • Wie können wir mehr über deine Arbeit erfahren?

Falls jemand mehr über unseren ganzheitlichen Ansatz mit Intervallfasten erfahren möchte, findet auf unserer Homepage www.iamfasting.de eine kostenlose Anleitung. Die ist ein super Start, um in das tägliche Fasten einzusteigen.

Die nächste Anlaufstelle ist sicher mein Buch „Darf’s etwas leichter sein“, das wir zurzeit gratis* herausgeben. Du kannst das Buch hier gegen eine kleine Lieferkostenpauschale kostenlos bestellen: https://www.iamfasting.de/buch/

Vielen Dank für das nette Interview und die tollen Fragen!

Kontaktinformationen
Adresse:

Große Brunnenstraße 113

22763 Hamburg

Telefon:

+49(0)1724525836

E-Mail:
louis@gruenepflaume.de

Öffnungszeiten

Große Brunnenstraße 113:

Mo-Fr: 09:00 – 18.00

Sa: 09:00 – 14.00

🇩🇰🇬🇧🇫🇷🇩🇪🇳🇴🇸🇪