GesprĂ€ch mit Katja Weidemann, Heilpraktikerin fĂŒr Kinder ĂŒber Darmgesundheit bei Kindern

Was gibt es ĂŒberhaupt fĂŒr einen Grund, sich als Heilpraktikerin auf Kinder mit Darmproblemen zu spezialisieren?

Kinder stellen eine eigene Gruppe unter den Darmpatienten dar. 80% unseres  Immunsystems sitzt im Darm.

Es ist ganz besonders fĂŒr Kinder, die sich noch im Wachstum befinden wichtig, ihren Darm gesund zu halten, damit ihr Immunsystem stark bleibt.

Wie kommt es denn dazu, dass junge Menschen bereits ein Ungleichgewicht im Darm haben?

Das bringt die heute Zeit mit sich.

Gern gehen wir ganz an den Anfang zurĂŒck. Gab es einen Kinderwunsch? Hat sich die Frau auf die Schwangerschaft vorbereitet?

Wir schauen, wie hat die Mutter ihre Schwangerschaft erlebt? Wie haben Mutter und Kind die Geburt erlebt?

Da beginnt das ganze schon. Die Frau ist fĂŒr die Gesundheit des Kindes verantwortlich.  Die ideale Ausgangssituation besteht, wenn die Mutter einen stabilen Darm und ein gesundes Mikrobiom hat.

Wenn die Mutter z.B. Schwierigkeiten hat, Kuhmilch zu verdauen, wird das Kind im Bauch der Mutter ebenfalls Antikörper bilden und nach der Geburt auch Probleme haben, Kuhmilch zu verarbeiten.

Wichtig ist es also fĂŒr die Mutter vor und wĂ€hrend der Schwangerschaft, eine gesunde ErnĂ€hrung einzuhalten.

Bei der Geburt des Kindes spielt es eine Rolle, ob das Kind spontan oder durch einen Kaiserschnitt geboren wird. Heute haben wir viel mehr Kaiserschnitte als noch vor 20 Jahren.

Alle Kaiserschnittkinder haben in ihrem Darm eine Schwachstelle, weil sie ohne die Darmbakterien der Mutter geboren sind. Sie fangen mit einer ganz anderen Darmflora ihr Leben an als Kinder die durch eine Spontangeburt geboren werden.

Diese Schwachstellen bleiben und können den Ausgangspunkt fĂŒr verschiedene Krankheiten bilden.

Wenn ich das weiß, kann ich dem als Mutter vorbeugen. Ich kann bereits in der Schwangerschaft oder direkt nach der Geburt Bakterien aufnehmen, die die Gesundheit des Kindes stĂ€rken werden.

Unsere Hebammen spielen dabei auch eine sehr große Rolle. Hebammen können MĂŒtter bereits vor der Geburt ihrer Kinder dabei unterstĂŒtzen, etwas zum gesunden Zustand des Mikrobioms der Kinder beizutragen. Oft fehlt es den Eltern an Informationen.

Nach der Geburt ist das Immunsystem noch unreif. Bakterien stabilisieren das Immunsystem.

Was fĂŒr Symptome können Neugeborene haben, wenn sie ein schwaches Mikrobiom haben?

Babys können unter eine Dysbiose leiden. Sie könnten z.B. auffallen als Schreibabys.  Außerdem könnten unter 3-Monats-Koliken leiden oder Hautleiden vorweisen. Auch MittelohrentzĂŒndungen könnten ein Hinweis auf eine Fehlbesiedelung im Mikrobiom des Kindes sein.

Kleinen Kindern kann eine Stuhprobe oder Speichelanalyse abgenommen werden. Wir können schauen:

  • Wie ist die Schleimhaut zusammengesetzt?
  • Gibt es eine EntszĂŒndung im Darm?
  • Was verdaut das Kind nicht?

Katja Weidemann hat ihr eigenes Konzept, wie sie sich um den Darm der Kinder kĂŒmmert. Es besteht aus 4 Bausteinen.

Sie hat die ‚Geschichte ĂŒber den Darm‘ fĂŒr Kinder entwickelt.
  1. Sie schaut nach den Ängsten der Kinder
  2. Sie schaut nach seelischen Konflikten
  3. Sie schaut sich den Darm an
  4. Sie empfiehlt eine entzĂŒndungsfreie ErnĂ€hrung

Danach wÀhlt sie die Behandlungsmethoden aus.

Wenn sie den Kindern die Ängste nimmt, Ă€ndern sich die Symptome. Wenn sich die Symptome Ă€ndern, ist auch die Krankheit mit der die Kinder zu Katja Weidemann gekommen sind, weg. Zumindest haben sich die Symptome geĂ€ndert.

Über diese Bausteine fĂ€ngt die Heilpraktikerin an, den Kinder anhand von Zeichnungen das Darmsystem zu erklĂ€ren. Diese Zeichnungen hat sie gemeinsam mit den Kindern entwickelt.

Sie macht gemeinsam mit den Kindern eine Stuhlanalyse. Die Kinder finden es spannend, ‚ihr WĂŒrstchen‘ zu analysieren. Mit Bildern kannst du Kindern natĂŒrlich viel erklĂ€ren. Auch die ZusammenhĂ€nge, wie ein gesundes Mikrobiom funktioniert, können auf simple Weise sehr anschaulich dargestellt werden.

Sie nutzt ‚Bifido‘ und ‚Lacto‘ und Dickdarm Stofftiere. Spielerisch lernen Kinder so, wie ihr Darm funktoniert.

Es ist wichtig, die Kinder spielerisch mitzunehmen.

Kinder lernen so, ihre Bauchschmerzen zu verstehen und loszulassen.

Katja Weidemann hat ein Buch veröffentlich, in dem sie ĂŒber den Zusammenhang von KinderĂ€ngsten, seelischen Konflikten und Ungleichgewicht im Darm berichtet. Sie fĂŒhrt aus, dass wenn Kinder an Darmproblemen leiden, es auch zu anderen AuffĂ€lligkeiten fĂŒhren kann.

Die Heilpraktikerin findet, dass sie nicht nur den Darm behandeln kann. Sie muss das ganze Kind behandeln. So sind die vier Bausteine entstanden.

Wie reagieren denn die Eltern, wenn den Kindern anschaulich ihr Darm erklÀrt wird?

Zum KennlerngesprĂ€ch gehören fĂŒr Katja Vater und Mutter. Vater und Mutter geben jeweils unterschiedlichen und wertvollen Input zur Situation des Kindes. Die Eltern finden die kinderfreundliche Herangehensweise der Heilpraktikerin interessant und lernen selbst viele Dinge und ZusammenhĂ€nge, von denen sie selbst noch nichts wussten.

Leaky Gut z.B. bedeutet nicht nur, dass die Schleimhaut im Darm anschwillt. Über die Lymphe werden die Giftstoffe auch z.B. zur Lunge transportiert. Dort schwillt dann auch die Schleimhaut an.

Der Ort des Geschehens ist oft nicht der Ort, wo die Symptome sitzen.

Eine EntzĂŒndung im Darm kann theoretisch auch die Ursache fĂŒr Atembeschwerden sein.

Ist es wichtig, dass die Eltern die Therapie ihrer Kinder selbst annehmen können?

Ja, je mehr die Eltern verstehen, desto einfacher und selbstverstĂ€ndlicher können sie selbst ihre Kinder bei deren Therapie unterstĂŒtzen. Wie können Kinder therapiert werden, wo die Eltern nicht dahinterstehen? Die Eltern mĂŒssen auf jeden Fall die Therapie befolgen. Kritische Eltern sind eine gute UnterstĂŒtzung fĂŒr eine Therapie. Sie stellen viele Fragen. So kommt es oft zu einer sehr fruchtvollen Zusammenarbeit zwischen Kind, Therapeut und den Eltern.